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Benjamin Lahusen
Rechtspositivismus und juristische Methode
Betrachtungen aus dem Alltag einer Vernunftehe

238 Seiten, gebunden
1. Auflage 2011
ISBN 978-3-942393-20-1

Der Inhalt des positiven Rechts ist sein Gebrauch vor Gericht – eine Gebrauchstheorie des Rechts, die alle Strukturen, Linien, Verbindungen der Gerichtstätigkeit hinter den Paravent der Praxis zieht und dem vorausschauenden Blick der Rechtssuchenden nur noch die zeitlose Rechtsproduktion offenbart, in der Fall auf Fall entschieden, Urteil für Urteil erlassen, Recht für Recht gesprochen wird, Monaden, Fragmente, Partikel, Splitter, die keine Geltung entfalten, weder in der Vergangenheit noch für die Zukunft. Alles Recht ist Richter-Recht.

Die geläufige Unterstellung, das Wesen des Rechtspositivismus liege im realitätsvergessenen Nachvollzug legislativer Vorgaben, ist längst als Legende entlarvt. Von diesem historischen Befund ausgehend, versucht die Studie, das Zeitalter der Vollpositivierung allen Rechts theoretisch zu rekonstruieren: das Netz von juristischen Kommunikationen nachzuzeichnen, das sich seit dem 18. Jahrhundert über die Rechtswelt legte – hunderte Zeitschriften, tausende Monographien, zehntausende Aufsätze und unzählige Urteile, die einander widersprachen, ergänzten und korrigierten. Daraus entwickelte sich ein Rechtsdiskurs, der sich in seiner Komplexität bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts jeder Steuerung von außen entzog. Recht-Sprechung wurde zum Selbst-Gespräch. Die Realität des Richterstaats ist demnach keine Überwindung des Positivismus; sie ist vielmehr dessen volle Entfaltung.



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AUTOR

Benjamin Lahusen, Dr. jur., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie der Universität Rostock. Veröffentlichungen u.a.: Portraits zu Carl Schmitt (Lettre 85, 2009), zu Gustav Radburch (Die Zeit 46/2009) und Hugo Preuß (Die Zeit 43/2010). Mitherausgeber der Zeitschrift Myops. Berichte aus der Welt des Rechts (München: C.H. Beck). (Hg. mit Dieter Simon) Zufall, Abfall, Ausfall. Rezensionen und Beobachtungen zur rechtstheoretischen Gegenwartsliteratur (Klostermann: 2008)
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