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Nina Ort
Reflexionslogische Semiotik
Zu einer nicht-klassisch und reflexionslogisch erweiterten Semiotik im Ausgang von G. Günther u. C. S. Peirce

380 Seiten, broschiert
1. Auflage 2006
ISBN 978-3-938808-16-0

Auch Semiotik und Literaturwissenschaft sind mit dem Problem beschäftigt, Theorien zur Erklärung von Prozessen und zur Entstehung von Neuem zu entwickeln. Das klassische dualistische Erkenntnismodell hat sich in dieser Hinsicht als unzulänglich erwiesen. Nina Ort entwickelt nun einen überzeugenden Vorschlag, dieses um ein umfassenderes dreiwertiges Modell zu ergänzen, das eine angemessenere Darstellung von Prozessualität erlaubt. Sie entfaltet dieses durch die Kombination der »nicht-Aristotelischen Logik« von Gotthard Günther mit der Semiotik von Charles S. Peirce zu einer reflexionslogischen Semiotik.

Mit diesem Entwurf einer reflexionslogischen Semiotik im Ausgang von Günther und Peirce wird eine Methode angeboten, die auf die verwickelte erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Situation in den Geisteswissenschaften insgesamt reagiert. Zum einen wird mit ihr ein System entwickelt, das auf einem formal geschlossenen, nicht-klassischen Erkenntnismodell basiert. Zum anderen ist damit ein Modell entwickelt, mit dem die Prozessualität und Operationalität der Peirceschen Semiotik nicht nur konstatiert, sondern logisch begründet werden können. Hiermit steht schließlich auch eine Theorie zur Verfügung, mit der gleichermaßen logisch und semiotisch begründet wird, auf welche Weise Neues kreiert werden kann – anstatt Neues einfach anzunehmen oder zu behaupten.

Die reflexionslogische Semiotik kann deshalb die seit langem drängenden Fragen nach der Modellierung prozessualer, evoluierender und lebendiger Systeme beantworten. In einem literaturanalytisch Teil wird an ausgewählten Texten Kafkas nachgewiesen, dass hier Erzählstrategien entwickelt werden, die aus einer klassischen Perspektive nur als diffus, unerklärbar oder paradox bezeichnet werden können. Erst eine reflexionslogische Interpretation kann zeigen, dass und wie es in Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse und im Urteil um die Kreation von etwas jenseits der klassischen Realitätsthematiken von Sein und Reflexion geht.



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AUTORIN

Nina Ort habilitierte mit der vorliegenden Arbeit 2005 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dort arbeitet sie derzeit als Privatdozentin mit den Forschungsschwerpunkten Systemtheorie und Semiotik.
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