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Michael Schröter (Hg.)
Der willkommene Verrat
Beiträge zur Denunziationsforschung

256 Seiten, broschiert
1. Auflage 2007
ISBN 978-3-938808-38-2

Ob ein Anzeigeverhalten als denunziatorisch gewertet, das heißt moralisch abgelehnt wird oder nicht, hängt im wesentlichen davon ab, ob der Wertende die Norm, deren Verletzung angezeigt wird, als legitim anerkennt oder nicht. Das gilt für die Wahrnehmung der Zeitgenossen wie für die des historischen Betrachters. Damit führt die Frage nach der Denunziation ins Herz der Demokratie.

Sie fragt nach einer Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens, deren strafbewehrte Normen den Menschen nicht von außen auferlegt, sondern von ihnen selbst aus Überzeugung getragen werden.

Anzeige und Denunziation sind nicht nur begriffsgeschichtlich, sondern auch strukturell identisch. Der Band untersucht anhand verschiedener historischer Bereiche, warum, wann und wie die Meldung eines Normverstoßes an eine strafbefugte Obrigkeit den Hautgout der »Denunziation« bekommt.



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HERAUSGEBER

Michael Schröter, Soziologe, lebt als freier Autor in Berlin. In Verbindung mit seiner Herausgabe der Schriften von Norbert Elias entstanden die Bücher »Wo zwei zusammenkommen in rechter Ehe …«. Sozio- und psychogenetische Studien über Eheschließungsvorgänge vom 12. bis 15. Jahrhundert (1985/1990); Erfahrungen mit Norbert Elias (1997). Sein jetziger Arbeitsschwerpunkt ist die Geschichte der Psychoanalyse, u. a. mit der Edition: Sigmund Freud – Max Eitingon, Briefwechsel 1906-1939 (2004). Er ist Herausgeber von Luzifer-Amor. Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse.





REZENSIONEN

»Ein fabelhafter Band über Theorie und Geschichte der Denunziation. (...) Ein Glanzstück des Bandes ist der Aufsatz von Michael Schröter über die Hexenverfolgungen.(...) Wie gesagt, ein instruktiver Band. Er klärt systematisch Fragen an hochselektivem Material, lässt aber naturgemäß auch einige Sach- und Problemfelder offen. (...) Es ist eine weitere Stärke des Bandes, dass er auch in dieser Hinsicht (Entdämonisierung, Anm. d. Red.)den Problemem von Schuld, moralischen Dilemmata oder gar Tragik nicht ausweicht, gleichzeitig aber eng am Material argumentiert und jede Übereindeutigkeit vermeidet.«
FAZ, 31.03.2008, Rainer Paris

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