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Peter Weingart
Die Stunde der Wahrheit? - Studienausgabe
Zum Verhältnis der Wissenschaft zu Politik, Wirtschaft und Medien in der Wissensgesellschaft
397 Seiten, broschiert
2. Auflage 2005
ISBN 978-3-934730-98-4
Gegenwärtig erleben wir die Auflösung der Wissenschaft als Institution in ihrer seit dem Ende des 18. Jahrhunderts überkommenen Gestalt. Wissensgesellschaften sind nicht nur durch die vermehrte Produktion und Anwendung wissenschaftlichen Wissens in der Gesellschaft charakterisiert, sondern gleichzeitig durch eine veränderte Art und Weise der Wissensproduktion. Neben der Verwissenschaftlichung der Gesellschaft vollzieht sich eine Vergesellschaftung der Wissenschaft.
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AUTOR
Peter Weingart, Prof. Dr., geb. 1941; Studium der Soziologie und Ökonomie in Freiburg, Berlin und Princeton. Seit 1973 Professor an der Fakultät für Soziologie an der Universität Bielefeld. 1984/84 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. 1984/85 Visiting Scholar an der Harvard University. 1989 bis 1994 Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Forschung (ZiF). Vorstand am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT) an der Universität Bielefeld. Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Vorsitzender des Graduiertenkollegs "Genese, Strukturen und Folgen von Wissenschaft und Technik" 1992 – 2009. Direktor des Instituts für Wissenschafts- und Technikforschung (IWT), Universität Bielefeld von 1993 – 2009.
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REZENSIONEN
»Hat der Wahrheit also die Stunde geschlagen?Mitnichten, meint Weingart, der sich selbst der Mittel der Luhmannschen Systemtheorie bedient, von ihnen aber einen erfreulich undogmatischen Gebrauch macht. So kann er die Aufgeregtheiten des skeptisch sophistischen Radikal(de)konstruktivismus vermeiden.«
Hauke Brunkhorst, FAZ, 5.11.2002
»Peter Weingart versucht die epistemischen und institutionellen Veränderungen in der Wissenschaft sowohl in einen historischen als auch in einen theoretischen Rahmen zu stellen und dabei kenntnisreich die jüngsten Entwicklungen in diesen Rahmen einzuflechten. Das macht das Buch zu einem ausgesprochen lesens- und empfehlenswerten Überblick über das »System Wissenschaft«, seine Beziheungen zu anderen gesellschaftlichen Subsystemen und vor allen Dingen über die komplexen Interaktionen zwischen diesen Subsystemen.
(...) ein äußerst informatives und zudem gut lesbares Buch (...).«
Stefan Hornbostel, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 55. Jg (März 2002)
»Herausgekommen ist ein Buch, das neben den einschlägigen Veröffentlichungen von Nico Stehr der bislang wohl wichtigste deutschsprachige Beitrag in diesem Forschungsfeld ist. (...) Der Nutzen dieses Buches für die Bildungswissenschaften liegt vor allem in der theoretischen Grundlegung und Differenzierung des Begriffs der Wissengesellschaft. (...) Jede bildungswissenschaftliche Untersuchung zu dieser Frage wird an dem vom Weingart erreichten analytischen Niveau anknüpfen müssen.«
Andrä Wolter, Zeitschrift für Bildungsverwaltung, 1/2002
»Das Buch bietet einen gewichtigen Beitrag zur problemfokussierenden Zeitdiagnose.«
Bernhard Claußen, Sozialwissenschaftliche Umschau, 2/2002
»(...) es ist eine generelle tiefsinnnige Weitsicht, mit der Weingart die aktuelle Situation analysiert, wobei er pointiert gegen konstruktivistische und relativistische Ansätze in der Wissenschaftsforschung argumentiert. Da seine Untersuchung strukturelle Bedingungen individuellen wissenschaftlichen Verhaltens aufdeckt, empfiehlt sich diese Lektüre für jeden, der sich im Wissenschaftsbetrieb bewegt.«
Gabriele Lingelbach, Neue Politische Literatur, Jg. 47 (2002)
»Die Stunde der Wahrheit ist im Titel der Studie allerdings mit einem Fragezeichen versehen. Zwar hat die (wissenschaftliche) Wahrheit, so ließe sich das deuten, ihren Auftritt auch und gerade dort, wo es um Verwertung und Kapitalisierung des Wissens geht. Doch es ist dies zugleich der Augenblick der Wahrheit über diese Wahrheit: Die Stunde der Wahrheit könnte auch die Stunde sein, die ihr selbst schlägt - dann nämlich, wenn die Kommerzialisierung des Wissens so weit ginge, daß es kein Wissen mehr gäbe, das Gemeineigentum sein dürfte. […] In der Patentierung von Gensequenzen dokumentiert sich diese Tendenz.«
Uwe Justus Wenzel, Neue Zürcher Zeitung, 6. Juli 2002
»Ein Buch für Kritiker und solche, die es noch werden wollen. (...) Man kann dieses Werk als spannende Kontraposition sehen, vieleicht um zu lernen, mit welcher Art von Kritik in der transdisziplinären Forschung zu rechnen ist.«
Bernhard Huber, Kontexte 2/2002
»Weingart weist darauf hin, daß seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Mauern des Elfenbeinturms weggesackt sind und durch die Labors der scharfe Wind politischer und ökonomischer Begehrlichkeiten weht. Das verändert die inneren Bedingungen wissenschaftlichen Arbeitens, und das stürzt die Wissenschaft in eine tiefe Vertrauens- und Autoritätskrise. Andererseits sagt Weingart: Zu wissenschaftlichem, wahrem, objektivem Wissen gibt es keine Alternative und damit letzt auch nicht zum Monopolanspruch des Wissenschaftssystems.«
WDR 5, Leonardo, 19. Dezember 2001
»Folgt man Weingarts schlüssiger Analyse, so stehen wir erst am Anfang einer Entwciklung, in der durch zunehmende politische Instrumentalisierung die Grenze zwischen gesichertem und hypthetischem Wissem mehr und mehr verwischt wird. (...) Die Stärke von Weingarts Ansatz besteht darin, dass er, obwohl er vorwiegend die Makrostukturen der modernen Wissensgesellschaft beleuchtet, anhand einer Vielzahl von Fallbeispielen eben auch die Handlungskontexte,- motive,- und -strategien der für die Ausgestaltung der heutigen (und künftigen) Ordungen der Wissens- und Informationsgesellschaft maßgeblich verantwortlichen Akteure in den Blick rückt.«
Ulrich Prehn, H-Soz-u-Kult, 14.11.2001
»Nun hat Peter Weingart die - für sich genommen keineswegs neuen - Symptome in einem Buch zusammengetragen, das durch drei Eigenschaften besticht: den Reichtum an wohlgeordneten Fakten, die historische Tiefenschärfe und das Fehlen jeglicher Theorieschnörkel, die einem die Lektüre verleiten könnten.«
Die Zeit, 22. März 2001
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