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Gerald Hartung
Das Maß des Menschen - Studienausgabe
Aporien der philosophischen Anthropologie und ihre Auflösung in der Kulturphilosophie Ernst Cassirers
394 Seiten, broschiert
1. Auflage 2006
ISBN 978-3-938808-22-1
»Man is to be explained by humanity«. So lautet die von Ernst Cassirer formulierte neue Antwort auf die Frage nach dem Maß des Menschen. In diesem Sinn erfüllt die Kulturphilosophie im Wissenschaftsdiskurs eine zentrale Funktion; denn sie reflektiert die Voraussetzungen und Methoden kulturwissenschaftlicher Forschungen, in denen der Umkreis der kulturellen Existenz des Menschen vermessen wird.
Was ist das Maß des Menschen? Wo liegt der archimedische Bezugspunkt, der es uns möglich macht, Maß zu nehmen? Traditionell dienen uns Begriffe als Maßstäbe und Orientierungshilfen. Die klassischen Antworten lauten, Maßstab sei der Kosmos, dessen kleine Form, oder Gott, dessen Ebenbild wir sind. Seit dem 18. Jahrhundert setzt sich die Ansicht durch, daß es sich um die Natur handle, deren Summe oder geschichtlicher Endpunkt wir Menschen sind. Dem entgegen steht die Vorstellung, daß der Mensch sich selbst in der Kultur als Summe seiner schöpferischen Leistungen einen Maßstab schafft. Gerald Hartung zeigt, daß diese Ansichten nicht nur verschiedene Epochen der Geistesgeschichte repräsentieren, sondern durchaus gleichzeitig möglich sind. Dies Faktum ist einerseits Ausdruck einer Pluralisierung der Weltbilder, aber es ist andererseits auch das Resultat eines langfristigen Prozesses der Destabilisierung kultureller Leitvorstellungen.
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AUTOR
Gerald Hartung, geb. 1963, Promotion zum Dr. phil. 1994, mit einer Studie über Die Naturrechtsdebatte, hat als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der FU Berlin und zuletzt am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig gearbeitet, wo er zur Zeit als Privatdozent für Philosophie tätig ist. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die politische Philosophie und philosophische Anthropologie sowie die Geistesgeschichte des 17. bis 20. Jahrhunderts.
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REZENSIONEN
»Dass der Gewinn des Cassirerischen Ansatzes aber nicht zuletzt darin liegt, dass er eine solche Bestimmung im Sinne eines "Fundaments einer philosophischen Theorie des Pluralismus" offen halte, ist das Fazit, mit dem Hartung seine durchweg überzeugende Darstellung schließt.«
Zeitschrift für philosophische Forschung, Bd. 62 (2008), Lena Fredebölling
»Für Gerald Hartung spielen späte, noch nicht veröffentlichte Texte Cassirers eine wesentliche Rolle. (...). Durch die überzeugende Lesart Hartungs wird erstmals die antitragische Dimension von Cassirers Philosophie konsequent entfaltet. Die Begriffe »Eigenverantwortlichkeit« und »Universalismus« zeichnen sich als die beiden tragenden Pfeiler der späten, im Exil entstandenen Schriften ab. (...) Dass Hartung diese Konzepte zu einer »Theorie des Pluralismus« fortschreibt, gehört zu den wichtigen Aspekten seiner Monographie.»
Thomas Meyer, NZZ 15./16. Mai 2004
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